18.06.2025 Cashewkerne: Verhandlungen zwischen USA und Vietnam könnten Preisverlauf beeinflussen

Im Mai exportierte Vietnam rund 83`000 t Cashewkerne, ein sehr starker Versandmonat in diesem Jahr. Interessanterweise war China dieses Mal der grösste Abnehmer, während die USA zurückblieben.


Der Grund dafür ist kein Geheimnis: Angesichts des nahenden Ablaufs der Zollfrist am 8. Juli stehen viele Geschäfte noch aus. Die Vereinigten Staaten üben Druck auf Vietnam aus, damit es seine Abhängigkeit von chinesischer Technologie verringert, insbesondere bei Elektronik, die in Vietnam zusammengebaut und in die USA exportiert wird. Der Zeitpunkt und das Ergebnis eines möglichen Abkommens bleiben jedoch ungewiss.


Dieses Risiko lastet schwer auf den Cashew-Märkten. Die Nachfrage in den USA hat sich verlangsamt, und die fehlende Kaufaktivität drückt den Markt weiterhin. In der Zwischenzeit bleibt die Diskrepanz zwischen den RCN-Preisen und den Werten der Kerne bestehen, da auch Europa eine abwartende Haltung einnimmt. Da die Preise für Kerne unter Druck stehen und die Termingeschäfte sowohl in Europa als auch in den USA nach wie vor dünn sind, sind die Aussichten ungewiss.


Vietnam befindet sich in einer Zwangslage: Scheitern die Verhandlungen, besteht die Gefahr, dass das Land als minderwertiger Produktionsstandort ins Abseits gedrängt wird, der sein Zeitfenster verpasst hat. Und sollte die Abgabe hoch bleiben, würde sich dies mit Sicherheit auf die Nachfrage der USA nach vietnamesischen Kernen auswirken. Es wird zwar davon gesprochen, dass Vietnam sich China annähern könnte, wenn es zu weit getrieben wird, doch ist es wahrscheinlicher, dass die beiden Seiten einen Kompromiss finden. Eine Einigung, die in den kommenden Wochen bekannt gegeben wird, könnte eine erneute Kaufnachfrage der USA auslösen. Europa sollte wach bleiben, um im richtigen Moment eingreifen zu können...


RCN – raw cashew nut