18.05.2026 / Kalifornische Mandeln: Subjektive Ernteschätzung 2026

Die subjektive Ernteschätzung des US-amerikanischen National Agricultural Statistical Service (NASS) stellt für dieses Jahr in Kalifornien eine Mandelernte von 2.7 Mia lbs in Aussicht, analog den Erträgen der letzten beiden Jahre. Diese Prognose deckt sich mehrheitlich mit den verschiedenen Schätzungen von privater Seite, die einen Ertrag im Bereich von 2.64 - 2.82 Mia lbs angeben und damit erstaunlich einheitlich ausfallen.


Der wohl wichtigste Punkt nebst dem zu erwartenden Ertrag: Nicht nur die gesamte Anbaufläche geht zurück, sondern erstmals seit 1995 auch die produktive Anbaufläche. Das ist ein klares Signal, dass die Branche nach mehreren Jahren mit schwacher Profitabilität in eine Konsolidierungsphase eingetreten ist. Viele ältere oder weniger rentable Plantagen werden von den Erzeugern aufgegeben oder nur noch minimal gepflegt. Der Markt wächst also nicht mehr automatisch über neue Flächen. Dieser Trend wird sich in naher Zukunft fortsetzen.


Weiter fällt ins Auge, dass das Wasserangebot dieses Jahr wieder an Aktualität gewinnen wird. Die Tatsache, dass der Füllstand der Reservoire aktuell gut bis sehr gut ist, fusst auf dem Umstand, dass die Temperaturen im Frühling rascher als üblich anstiegen, was zu einer verfrühten Schneeschmelze und damit zu einer geringen Schneedecke in den Höhenlagen führte. Angesichts einer möglichen Mangellage im Sommer haben viele Wasserversorger die Zuteilungen reduziert, was sich in den heissen Sommermonaten für Erzeuger mit unzureichenden Wasserrechten zu einem Problem entwickeln könnte.


Wie bereits informiert wird die objektive Ernteschätzung nicht mehr durchgeführt. Der Markt muss daher im Moment mit den nun vorliegenden Schätzungen arbeiten. Da breite Käuferschichten weiterhin nur geringe Deckung aufweisen ist mit anhaltender Nachfrage für prompte Verladungen zu rechnen, was die Anbieter trotz der stabilen Ernteerträge zur Durchsetzung einer moderaten Preisbefestigung nutzen werden. Vorbehalten bleiben dabei die anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten, die anhaltende Volatilität bei der Nachfrage, den Devisenmärkten und der Logistik bringen können. Zur optimalen Beherrschung dieser Risiken empfiehlt sich einmal mehr eine vorausschauende Beschaffung.