15.12.2025 / Kalifornische Mandeln: Verladungen November 2025

Der November-Positionsbericht zeigt folgende Eckwerte:


Laufende Kampagne

Veränderung zu Vorjahr

Verladungen im Berichtsmonat

221 Mio lbs

-18.7 %

Verladungen aus laufender Ernte

825 Mia lbs

-9.5 %

Anlieferungen der Erzeuger

2.19 Mia lbs

-6.6 %

Auftragsbestand

545 Mio lbs

-10.9 %

 

Die November-Verladungen fallen mit minus 19 % markant unter dem Vorjahresmonat aus. Fairerweise ist festzuhalten, dass das letztjährige Ergebnis seinerseits ein historischer Bestwert war, was das scheinbar schlechte Resultat relativiert. Doch auch die Anlieferungen zeigen ein durchwachsenes Bild: Konnte im Vormonat noch die nasse Witterung zum Zeitpunkt der Ernte als Argument zur Erklärung der mittelmässigen Anlieferungen ins Feld geführt werden, so zeichnet es sich nun im November weiter ab, dass die Ernte nicht nur die wohl deutlich überhöhte objektive Schätzung von 3.0 Mia lbs verfehlen wird, sondern dass auch die scheinbar realistischere subjektive Schätzung wohl noch immer zu hoch angesetzt war. Aktuell stehen die Erwartungen in Kalifornien im Bereich von 2.6-2.7 Mia lbs.


Damit stehen deutlich geringere Verladungen einer ebenso klar kleineren Ernte entgegen. Die schwachen Verladungen erklären sich mit einer generell geringeren Nachfrage im Heimmarkt wie auch im Export sowie kurzfristigeren Beschaffungsaktivitäten der Abnehmer. Die grosse Frage ist hier die individuelle Gewichtung der beiden Faktoren. Je nach Leseart lassen sich geringere Lager in den Destinationen mit schwachem Konsum oder aber mit substantiellem Nachholbedarf erklären. Ersteres wäre für Kalifor
nien ein Problem, zweiteres müsste angesichts des geringeren Angebotes den Abnehmern ein Warnsignal sein.


In den Plantagen sind die Erntearbeiten nunmehr abgeschlossen und die Erzeuger haben die Nacherntearbeiten an die Hand genommen. Dies bietet Anlass, uns über die Erträge kommender Jahre Gedanken zu machen. Hilfestellung hierzu leistet die am 19. November publizierte endgültige Schätzung der diesjährigen Anbaufläche. Daraus geht hervor, dass die gesamte Anbaufläche zum vierten Mal in Folge zurückgegangen ist. Die unproduktive Fläche (Plantagen, die 2023 oder später gepflanzt und auf Grund ihrer Jugend noch nicht abgeerntet werden) ist auf ein 16-Jahres-Tief gesunken, die produktive Fläche beträgt 1.4 Millionen Acres und wird als Folge der geringeren Neuanpflanzungen in den kommenden Jahren weiter abnehmen. Rechne!


In diesem Zusammenhang informierte das Almond Board of California letzte Woche, die objektive Schätzung ab nächstem Jahr nicht mehr zu finanzieren, sprich, sie fällt weg. Damit wird den Marktteilnehmern lediglich noch die subjektive Schätzung zur Verfügung stehen. Begründet wurde dies mit "anhaltenden Herausforderungen bei der genauen Erfassung von Variablen wie grösseren Erntemengen, unterschiedlichen Anbaumethoden und Wetterereignissen in den kalifornischen Produktionsregionen." Zu Deutsch: die Erzeuger sind nicht mehr willens, eine Schätzung zu finanzieren, die aus ihrer Sicht immer mal wieder mit unpräzisen Prognosen glänzte.


Mit diesem Bericht schliessen wir unsere diesjährige Berichterstattung zu den kalifornischen Mandeln. An Herausforderungen wird es uns auch im nächsten Jahr nicht mangeln. Spätestens im Februar wird sich die Grösse der diesjährigen Ernte klar beziffern lassen, sodass Käufer mit Unterdeckung gut beraten sein dürften, diese Positionen rasch abzusichern.