15.05.2026 / El-Niño und Kokosraspel 2026
Entwicklung
Für die Philippinen besteht eine 92%ige Wahrscheinlichkeit für einen moderaten bis starken El Niño im vierten Quartal 2026, der sich möglicherweise bis Anfang 2027 fortsetzt. Klimamodelle warnen davor, dass dieses Ereignis die Stärke eines Super-El-Niño erreichen und damit zu den extremsten jemals gemessenen gehören könnte. Die bisherige La-Niña-Phase ist überraschend schnell zusammengebrochen, während steigende Meerestemperaturen und veränderte Windmuster im Pazifik klar auf die Entwicklung eines El Niño hinweisen. Erwartet werden längere Trockenzeiten und deutlich weniger Niederschläge, insbesondere in wichtigen landwirtschaftlichen Regionen der Philippinen. Für die Kokosnussproduktion ist dies besonders kritisch, da sich klimatischer Stress erst mit einer Verzögerung von etwa 12 bis 13 Monaten auf die Ernte auswirkt. Dadurch werden größere Produktions- und Lieferengpässe vor allem im Jahr 2027 erwartet. Das Risiko wird zusätzlich verstärkt, weil sich die Märkte noch nicht vollständig von den Auswirkungen des El Niño 2023–2024 erholt haben, weshalb Unternehmen ihre Beschaffungs- und Versorgungsplanung bereits jetzt anpassen sollten.
Aktueller Produktionsausblick
Die Philippine Coconut Authority (PCA) prognostiziert für 2026 einen Produktionsanstieg und strebt Ernten von 16 bis 17 Milliarden Kokosnüsse an, verglichen mit 15,3 Milliarden im Jahr 2025. Dies spiegelt den natürlichen Erholungszyklus der Palmen nach früheren Stressphasen, verbesserte Bedingungen in Mindanao (der wichtigsten Produktionsregion des Landes) sowie die Auswirkungen laufender Düngungsprogramme wider.
Gleichzeitig räumt die PCA jedoch ein, dass El Niño trotz steigender Produktion einen Rückgang der Kokosnuss-Exporte um 12 % verursachen könnte. Dies verdeutlicht die ungleichmäßige regionale Verteilung des Dürre-Risikos. Während Mindanao voraussichtlich relativ gut geschützt bleibt, sind zentrale und nördliche Regionen stärker gefährdet.
Desiccated Coconut (DC) / Kokosraspeln
Die Preise für Kokosraspeln sind bereits erhöht. Die FOB-Preise auf den Philippinen bleiben stabil hoch, unterstützt durch die Nachfrage aus der Backwaren-, Süßwaren- und pflanzenbasierten Lebensmittelindustrie. El Niño könnte zusätzlich einen weiteren Angebotsaufschlag auf die bestehenden Preisniveaus verursachen. Käufer, die sich Mengen für die zweite Jahreshälfte 2026 und das Jahr 2027 sichern möchten, sollten beachten, dass die Verfügbarkeit langfristiger Verträge mit fortschreitender Saison zunehmend eingeschränkt sein wird. Viele philippinische Exporteure bevorzugen aufgrund der Unsicherheit bereits kurzfristige Vereinbarungen.
Wir empfehlen, dass Sie diese Informationen vorausschauend im Hinterkopf und Ihren Bedarf im Auge behalten, um frühzeitig zu decken und die Konsequenzen des potentiellen Lieferengpasses gegen Ende 2027 abzufedern.
Gerne stehen wir für Fragen und konkrete Offerten zu Ihren Diensten.