15.01.2025 Cashews: Rückblick und Ausblick
Nachdem der Cashewpreis in den Jahren 2021-2023 Rekordtiefstände erreicht hat, ist der Preis im Mai-Juni 2024 um fast 40% explodiert. Die Hauptgründe für den Preisanstieg waren die starken Fundamentaldaten - gutes Nachfragewachstum in den Jahren 2023 und 2024 in Verbindung mit reduzierten Beständen zu Beginn des Jahres 2024, gefolgt von einer geringeren Produktion im Jahr 2024. Zum Jahresende ist der Preisanstieg abgeflacht und der Preis befindet sich seit einigen Wochen in einem für Cashewkerne mittleren Preisbereich.
Traditionell werden zwischen September und November viele Geschäfte für das nächste Jahr getätigt, aber in diesem Jahr war dies nicht der Fall. Das Volumen war viel geringer als normal und das meiste davon betraf kürzere Kontrakte. Diese geringere Aktivität in Q4-2024 könnte bedeuten, dass in Q1-2025 mehr als normal Kerne gekauft werden. Die Käufer zögern, sich auf dem derzeitigen Niveau einzudecken, das deutlich höher ist als in den letzten 2-3 Jahren (die Preise sind jedoch nicht hoch, wenn wir die 5-Jahres- oder 10-Jahres-Spanne betrachten).
Ende Februar Anfang März stehen die Ernten in Vietnam, Indien und Westafrika bevor. Sollten diese von schlechten Wetterbedingungen oder andere negative Ereignisse beeinträchtigt werden, wird sich das natürlich auf den Roh-Cashew-Preis auswirken. Genaueres dazu weiss man aber erst ab Erntebeginn Feb/März und wenn die Erzeugerländer Ihre Ernten bekannt geben. Die Verarbeitung in Afrika (insbesondere Elfenbeinküste und Nigeria) hat in den letzten 2-3 Jahren zugenommen. In Bezug auf die Qualität scheinen sie jedoch gute Arbeit zu leisten. Mit Ausnahme des Fernen Ostens und Australiens steigt der Anteil der in Afrika verarbeiteten Cashews auf allen Märkten. Afrikanische Kerne werden zu einem wichtigen Bestandteil der Beschaffungsstrategie vieler Grossabnehmer. Dieser Trend wird sich wahrscheinlich noch verstärken, da mehrere neue Anlagen entstehen.
Bislang gibt es keine ungünstigen Wettervorhersagen, und wenn das so weitergeht, können wir für 2025 gute Ernten erwarten - im 2. Quartal wissen wir mehr. Ein signifikanter Rückgang beim Preis ist nur möglich, wenn die Ernten 2025 sehr gut ausfallen (was wir nicht vor dem 2. Quartal 2025 wissen werden) oder wenn die Abnahme in 2025 deutlich geringer ausfällt als erwartet.