14.01.2026 / Kalifornische Mandeln: Verladungen Dezember 2025
Der Dezember-Positionsbericht zeigt folgende Eckwerte:
Laufende Kampagne | Veränderung zu Vorjahr | |
Verladungen im Berichtsmonat | 246 Mio lbs | 5.4 % |
Verladungen aus laufender Ernte | 1.07 Mia lbs | -6.5 % |
Anlieferungen der Erzeuger | 2.51 Mia lbs | -2.5 % |
Auftragsbestand | 496 Mio lbs | -11.6 % |
Die kalifornische Mandelindustrie erhoffte sich im Vorfeld der Publikation gute Resultate, und diese Hoffnungen wurden nun mindestens teilweise nicht enttäuscht. Mit 197 Mio lbs exportierter Ware wurde gar ein neuer Allzeit-Monatsrekord für den Dezember erzielt. Ein Teil dieser sehr erfreulichen Nachfrage erklärt sich mit dem Ramadan, der dieses Jahr am 17. Februar beginnt und damit für starkes Interesse aus muslimischen Destinationen sorgte. Indien als wichtigstes Exportland zeigte weiterhin übersichtliches Interesse, was mit im Vorfeld aufgebauten umfangreichen lokalen Lagerbeständen verargumentiert wird, die nun aber im Schwinden begriffen sein sollen, was für die nähere Zukunft einen zusätzlichen Nachfrageschub im Export bringen könnte. Der Inlandabsatz wiederum enttäuscht weiterhin und liegt aktuell 18 % unter Vorjahr. Diese anhaltende inländische Nachfrageflaute wird Faktoren wie gestiegenen Preisen, Inflation und vorsichtigem Konsumverhalten zugeschrieben, was der Erklärung dienen mag, nicht aber der Abhilfe.
Die Anlieferungen der Erzeuger liegen weiterhin unter Vorjahr. Nebst einer allgemein geringeren Produktivität der Plantagen könnte die sehr unterschiedliche Witterung einen Erklärungsansatz liefern: Die Ernte 2024 war ausserordentlich trocken, was die Verarbeitung enorm beschleunigte. In der Saison 2025 hingegen prägte Regen just zum Zeitpunkt der Ernte das Geschehen, was die Ernte- und Nachernte-Arbeiten deutlich verzögerte. Daher ist es denkbar, dass in den nächsten Monaten die noch verbleibenden Anlieferungen über dem historischen Schnitt ausfallen werden. Dies berücksichtigt darf heute von einer Ernte von 2.7 - 2.75 Mia lbs ausgegangen werden. Konservative Schätzungen (der Erzeuger) preisen allerdings eine Ernte von 2.6 - 2.65 Mia lbs ein.
Bis zum Blütebeginn in rund einem Monat dürfte damit für Käufer die Gelegenheit bestehen, ihren Bedarf für den Rest der Saison auf dem aktuellen Niveau zu decken. Die Aussichten für den weiteren Verlauf bleiben spannend: sollte das Kaufinteresse wieder nachlassen und die Ernte doch über den aktuellen Erwartungen ausfallen, so ist ein gewisser Preisdruck denkbar. Da allerdings breite Käuferschichten weiterhin von der Hand in den Mund leben ist ein nachhaltiger Rückgang der Nachfrage schwer vorstellbar. Umgekehrt hingegen ist das Potential für höhere Preise beträchtlich. Sollte nämlich die diesjährige Ernte geringer ausfallen, so würde ein Angebotsdefizit die Lage im laufenden und nächsten Jahr dominieren. Unter Berücksichtigung der tendenziell rückläufigen Anbaufläche zeigt sich damit die Notwendigkeit einer umsichtigen Beschaffungsstrategie überaus deutlich.