13.11.2025 / Türkische Haselnusskerne: Markteintritt Ferrero
Der seit langem erwartete Markteintritt zu Wochenbeginn zeigt bis dato kaum grosse Auswirkungen. Zwar liegen die gebotenen Einkaufspreise leicht über dem Niveau zu Ende der letzten Woche, aber Zweifel hinsichtlich der Anforderungen dämpfen die Hoffnungen der Erzeuger. Konkret steht die Frage im Raum, ob die durchzogene Qualität der diesjährigen Ware die hohen Anforderungen zu erfüllen mag, oder ob schlussendlich ein Grossteil der angebotenen Ware zurückgewiesen wird.
Nach der Kulmination der Preise Mitte September und der anschliessenden Stabilisierung auf mehrjährigem Höchstwert präsentieren sich damit die Fundamentaldaten der Ernte 2025 wie folgt: Die Erntemenge wird aktuell auf 500'000 - 550'000 t eingeschätzt, was deutlich über den sehr pessimistischen 400'000 - 450'000 t liegt, die anfangs September für atemberaubende Befestigungen sorgten. Allerdings zeichnet es sich ab, dass namentlich in den östlichen Anbauregionen die Befallsschäden bis zu 18 % betragen. Im Vorjahr lag dieser Wert bei 12 %, was damals schon als sehr hoch betrachtet wurde. Der daraus resultierende Mehraufwand bei der Verarbeitung treibt die Kosten an und führt zusätzlich zu massiven Sortierverlusten.
Dass sich als Folge der Höchstpreise die Exporte in den ersten beiden Monaten der Saison halbierten mag nicht zu erstaunen, hat doch bei vermindertem Angebot eine Abkühlung der Nachfrage zu erfolgen. Kurzfristig dürfte der wichtigste Abnehmer mit anhaltenden Käufen die Preise mindestens auf aktuellem Niveau halten. Mittelfristig wird sich die Aufmerksamkeit des Marktes auf die Blüte der Ernte 2026 im Februar richten. Sollte diese nicht optimal ausfallen, so wären weitere Preissteigerungen unabwendbar. Im Umkehrfall, also bei optimalem Verlauf, ist hingegen kaum ein rascher Preiszerfall zu erhoffen, denn bis zu einer erfolgreichen Ernte im August ist es stets ein weiter Weg.