13.08.2025 Kalifornische Mandeln: Verladungen Juli 2025
Der Juli-Positionsbericht zeigt folgende Eckwerte:
Laufende Kampagne | Veränderung zu Vorjahr | |
Verladungen im Berichtsmonat | 197 Mio lbs | 9.9 % |
Verladungen aus laufender Ernte | 2.65 Mia lbs | -1.7 % |
Anlieferungen der Erzeuger | 2.71 Mia lbs | 10.9 % |
Auftragsbestand | 215 Mio lbs | -9.3 % |
Nach sechs Monaten in Folge mit Verladungen unter Vorjahr zeigt sich Kalifornien hoch erfreut über die unerwartete Steigerung im Juli. Damit endet die laufende Kampagne lediglich 1.7 % unter Vorjahr, was angesichts der höheren Preise für Ernte 2024 durchaus als bemerkenswert bezeichnet werden darf. Dass dabei der Inlandabsatz weiterhin hinkt ist überaus unerfreulich, wenn auch zum Teil damit zu erklären, dass das U.S. Department of Agriculture keine Ware aus dieser Kampagne beschaffte, was rund die Hälfte des Rückgangs erklärt. Ein weiterer Punkt, der in den Berichten aus dem Ursprung Platz einnimmt, sind die förmlich explodierenden Verkäufe im Berichtsmonat (273 Mio lbs vs. 178 Mio lb im Vorjahr).
Die Ernte 2024 erbrachte damit 2.71 Mia lbs. Wir erinnern uns: die subjektive Schätzung 2024 lag bei 3 Mia lbs, die objektive Schätzung bei 2.8 Mia lbs. Die Erzeuger, die dannzumal schon der Ansicht waren, dass 2.8 Mia lbs nicht zu erreichen seien, lagen also richtig.
Bei der neuen Ernte nun liegt die objektive Schätzung (3.0 Mia lbs) über der subjektiven (2.8 Mia lbs), und erneut sind die Erzeuger skeptisch. Dennoch gaben die Preise unmittelbar nach der Publikation der objektiven Schätzung im Juli um rund CHF 1 / kg nach, was erwartungsgemäss heftiges Kaufinteresse auslöste und zu den genannten Rekordverkäufen führte. Dies wiederum ermöglichte es den Anbietern, die Preise innert zweier Wochen wieder um CHF 0.50 / kg zu befestigen. Nun, da bereits die ersten Anlieferungen erfolgen, beobachten diverse Erzeuger geringere Erträge als zur gleichen Zeit im Vorjahr. Ob diese Beobachtungen zutreffen wird sich gegen Ende Jahr zeigen.
Zwischenzeitlich sehen wir, dass Indien für den Moment über eine gute Deckung verfügt. China hingegen liegt weit unter Vorjahr und könnte unvermittelt als Käufer auftreten, nämlich dann, wenn die tarifären Hindernisse (Stichwort "reziproke Zölle") aus dem Weg geräumt oder aber mindestens gelindert sind.
Für den Moment sehen wir damit eine sehr hohe Volatilität. Die gegenüber Vorjahren geringeren Vorverkäufe zeigen auf, dass Kalifornien noch viel Arbeit zu leisten hat, oder aber - die Kehrseite der Medaille - dass diverse Destinationen massive Unterdeckung ausweisen. Die ausserordentlich starken Verkäufe im Juli legen dafür eindrücklich Zeugnis ab. Vor diesem Hintergrund wird Kalifornien bestrebt sein, das Geschäft am Laufen zu halten, jedoch gewiss nicht zu jedem Preis. Entsprechend ist das Verkaufsinteresse für Verladungen im 2026 nach wie vor verhalten. Käufer sind damit gut beraten, den Markt eng zu verfolgen und wo möglich Teildeckungen vorzunehmen.