13.02.2026 / Kalifornische Mandeln: Verladungen Januar 2026

Der Januar-Positionsbericht zeigt folgende Eckwerte:


Laufende Kampagne

Veränderung zu Vorjahr

Verladungen im Berichtsmonat

206 Mio lbs

- 9.9 %

Verladungen aus laufender Ernte

1.28 Mia lbs

- 7.0 %

Anlieferungen der Erzeuger

2.63 Mia lbs

- 1.4 %

Auftragsbestand

588 Mio lbs

2.9 %

 

 

Der Januar brachte der kalifornischen Mandelindustrie gemischte Resultate: Die Verladungen fielen mit knapp 10 % unter Vorjahr enttäuschend aus. Die Anlieferungen der Erzeuger, im Dezember noch über den Erwartungen, haben sich mit 1 % unter Vorjahr wieder normalisiert, was aktuell eine Ernte von knapp unter 2.7 Mia lbs erwarten lässt. Damit wäre die Ernte 2025 nun zu 59.6 % verladen bzw. verkauft, knapp unter dem Vorjahreswert von 61.5 %.

Die Nachfrage liegt damit weiterhin zurück. Nunmehr sechs Monate in Folge liegt der Inlandabsatz im zweistelligen Prozentbereich zurück. Angesichts des aktuellen Rückstandes von insgesamt 17.9 % sinnieren einige Protagonisten darüber, ob das aktuelle Niveau der neue Normalzustand sei. Auch der Export schwächelt, wenn auch im Jahresvergleich lediglich 3.2 %. Nebst den anhaltenden Unsicherheiten geopolitischer und tarifärer Natur sind die schwachen Januar-Verladungen teilweise mit dem Mangel an Containern in einigen Häfen Kaliforniens als Folge von Neuordnungen von Reederei-Allianzen zu erklären. Konträr präsentieren sich die Verkäufe, die mit 298 Mio lbs 25 % markant über Vorjahr ausfielen, was als erwartbare Reaktion auf tiefere Preise bei anhaltend geringer Eindeckung gelesen wird. Kalifornien sieht das als starkes Signal für latent vorhandenes Kaufinteresse, vorausgesetzt, das Preisniveau entspricht den Erwartungen.
Im Norden des Central Valleys ist die Entwicklung der Kulturen weiter fortgeschritten als in den zentralen und südlichen Regionen. Nach anfänglich durchschnittlichem Wetter ist eine Abkühlung eingetreten, weitere kühle Perioden mit verbreiteten Schauern werden erwartet. Für den kritischen Zeitpunkt der Blüte sind das nicht die besten Voraussetzungen, Grund zur Panik besteht jedoch nicht. Selbst der Ursprung hält fest, dass auch bei mittelmässigem Blütenwetter eine gute Ernte möglich ist. So verbleiben die Blüten bei kühlerem Wetter länger an den Zweigen, was das Zeitfenster der Bestäubung verlängert. Weiter benötigt ein Mandelbaum für eine normale Ernte lediglich 20-30 % an bestäubten Blüten, was Raum für mittelmässige Blütebedingungen lässt.
Dies gesagt liegt es auf der Hand, dass aktuell jede Niederschlagsprognose Eingang in die Preisbildung finden kann. Dies und die hervorragenden Verkäufe im Januar, die den Anbietern Hoffnung auf gute Verladungen im Februar und März geben, werden helfen, das etwas festere Preisniveau der letzten Tage zu halten. Angesichts des nach wie vor geringeren Absatzes dürfte Kalifornien allerdings gut beraten sein, mit viel Feingefühl an der Preisschraube zu drehen, um das erwachte Interesse nicht umgehend wieder abzuwürgen.
Vor diesem Hintergrund und dem weiterhin äusserst starken Schweizer Franken sehen wir sehr gute Chancen für Käufer, die Deckung für den Rest der Saison zu ordnen. Anders als in Vorjahren zeigt Kalifornien dieser Tage sogar Bereitschaft, bereits jetzt neue Ernte in die Bücher zu nehmen, was beiden Seiten die Möglichkeit einer strategischen Risikoverteilung eröffnet.