12.09.2025 / Kalifornische Mandeln: Verladungen August 2025

Der August-Positionsbericht zeigt folgende Eckwerte:


Laufende Kampagne

Veränderung zu Vorjahr

Verladungen im Berichtsmonat

158 Mio lbs

- 6.2 %

Verladungen aus laufender Ernte

158 Mio lbs

- 6.2 %

Anlieferungen der Erzeuger

259 Mio lbs

-10.7 %

Auftragsbestand

527 Mio lbs

-13.3 %

 

 

Mit Verladungen von gut 6 % unter Vorjahr startet Kalifornien verhalten in die Saison 2025. Dabei lagen die Exporte 3 % höher, während der Inlandabsatz mit 22 % unter Vorjahr weiter lahmt. Die geringeren Anlieferungen aus neuer Ernte per se sind aktuell kaum von Bedeutung, denn die Ernte 2024 war etwas verfrüht, was wiederum frühere Anlieferungen ermöglichte.


Der schwache Inlandabsatz bereitet Kalifornien weiterhin Sorge. Allerdings waren die Inland-Verkäufe im August sehr stark, was auf Besserung hoffen lässt. Der Export scheint mit einer Zunahme von 3 % unverdächtig, aber eine differenzierte Betrachtung zeigt, dass die sehr prominente Destination Indien 41 % tiefer lag. Das mag teilweise mit den dortigen Importzöllen auf US-Ware zusammenhängen, die als Antwort auf die "reziproken" Zölle der US-Regierung festgesetzt wurden. Gleichzeitig kann dahingehend argumentiert werden, dass Indien eine massive Unterdeckung ausweist und beizeiten als kräftiger Nachfrager wieder in den Markt eintreten könnte.


Der eigentliche Fokus liegt aktuell bei den Anlieferungen der einzelnen Sorten und den daraus gewonnen Erkenntnissen. Die Nonpareil, die rund 40 % der Gesamtproduktion ausmacht, ist grösstenteils eingebracht und zeigt sehr durchwachsene Resultate: Einige wenige Bezirke verbuchen Erträge über Vorjahr, doch der Grossteil der Meldungen geht in die andere Richtung, es ist die Rede von Mindererträgen zwischen 5 und 15 %. Dabei werden generell nebst dickeren Fruchtschalen auch eine geringere Kernausbeute beobachtet. Stand heute scheint aus Sicht der meisten Erzeuger die objektive Schätzung von 3.0 Mia lbs unmöglich zu erreichen, vielmehr gehen die Erwartungen Richtung 2.7 - 2.8 Mia lbs. Hinweise, wohin die Reise geht, werden die nun laufenden Anlieferungen der weiteren Sorten bringen.


Nach der Publikation der objektiven Schätzung gaben die Preise heftig nach, was ebenso heftige Nachfrage auslöste. Dies wiederum erlaubte es Kalifornien, die Preise schrittweise wieder anzuheben. Parallel dazu zeigte es sich, dass die Nonpareil unter den Erwartungen ausfallen wird, was die Stimmen, die die objektive Schätzung von Beginn weg anzweifelten, stärkte. Die Kombination von starker Nachfrage und eingetrübten Ertragsaussichten liess die Preise schlussendlich wieder auf das Niveau vor der Publikation der objektiven Schätzung ansteigen.


Sollte es sich im weiteren Verlauf zeigen, dass die diesjährige Ernte tatsächlich bloss 2.8 Mia lbs oder gar noch weniger erbringt, so ist mit einem weiterhin festen Markt zu rechnen. Sollte ferner Indien als starker Nachfrager wieder in den Markt eintreten, so sind weitere Preisbefestigungen zwangsläufig zu erwarten. Wir empfehlen daher, den Bedarf der nächsten 6 Monate zu prüfen und rechtzeitig abzusichern.