12.03.2025 Kalifornische Mandeln: Verladungen Februar 2025
Der Februar-Positionsbericht zeigt folgende Eckwerte:
Laufende Kampagne | Veränderung zu Vorjahr | |
Verladungen im Berichtsmonat | 215 Mio lbs | -2.8 % |
Verladungen aus laufender Ernte | 1.59 Mia lbs | -0.9 % |
Anlieferungen der Erzeuger | 2.68 Mia lbs | 11.3 % |
Auftragsbestand | 577 Mio lbs | -8.5 % |
Wie schon im Januar hat Kalifornien auch im Februar leicht weniger Mandeln verladen als im Vorjahresmonat. Dito bei den Verkäufen, die wie im Januar über dem Vorjahresmonat lagen. Der Rückgang der Verladungen erklärt sich zu einem Teil mit den neuen Kooperationen seitens der Reedereien, die als Folge von reduziertem Angebot zu Unterkapazitäten und damit zu Verspätungen führte. Aktuell sind die Schiffe im Schnitt auf 3-4 Wochen hinaus ausgebucht. Interessanterweise bilden die Container-Preise diese Verknappung noch nicht ab, aber das dürfte lediglich eine Frage der Zeit sein. Die gestiegenen Verkäufe wiederum zeugen von der substantiellen Unterdeckung der Abnehmer sowohl im Inlandmarkt wie auch im Export. Bemerkenswert ist, dass die über die letzten Wochen deutlich gestiegenen Preise für Industrieware von den Käufern problemlos akzeptiert wurden, was deren Unterdeckung offenlegt.
Die Anlieferungen der Erzeuger betrugen im Berichtsmonat schlanke 17 Mio lbs. Damit wird die Ernte 2024 auf 2.7 Mia lbs schliessen, unter den 2.8 Mia lbs der objektiven Schätzung und deutlich unter den 3 Mia lbs der subjektiven. Der Übertrag in die neue Ernte wird sich im Bereich von 450-500 Mio lbs bewegen, was ordentlich tönt, aber seriös betrachtet erneut zu Engpässen bei verschiedenen Produkten führen wird.
Die Blüte der neuen Ernte nähert sich derweil dem Ende. Das Wetter während der letzten vier Wochen war insgesamt gut, aber nebst einem gewissen Mangel an Bienen bereitet insbesondere der durchzogene Blütenansatz der Nonpareil Sorge. In vielen Plantagen war zu beobachten, dass die Bäume der wichtigsten Sorte Kaliforniens deutlich weniger Blüten gebildet hatten als üblich. Die Erzeuger erklären dies mit der Hitzewelle im letzten Sommer, in der die Bäume in den Überlebensmodus wechselten und statt Blütenknospen lediglich Blattknospen bildeten. Dies, in Kombination mit einem Rückgang der Anbaufläche, wirft Fragen zur Grösse der diesjährigen Ernte auf. Das Überangebot zu Beginn des Jahrzehnts, das zu historischen Tiefstpreisen führte und noch immer im Wunschdenken mancher Abnehmer herumspukt, ist damit erneut klar vom Tisch. Die Meldungen aus Spanien, die von teilweise ungünstigem Wetter berichten, tragen zu den aktuellen Unsicherheiten bei.
In der Summe sehen wir damit weiterhin Unterdeckung seitens der Käufer, Ungewissheiten zur neuen Ernte und Anbieter, die keine Not zur Eile haben. Inwiefern die jüngst angezettelten Handelskriege die Nachfrage zu beeinflussen vermögen bleibt abzusehen, wobei ein unmittelbarer Nachfragerückgang vor dem Hintergrund der globalen Unterdeckung wenig realistisch scheint. So wiederholen wir die Empfehlung aus unserem letzten Bericht: "Schliessen Sie allfällige Deckungslücken bis Ende Jahr umgehend", allerdings mit der Ergänzung: "sofern Angebote denn verfügbar sind".