11.07.2025 Kalifornische Mandeln: Objektive Ernteschätzung 2025
Gestern hat der nationale Statistikdienst des US-amerikanischen Landwirtschaftsministeriums seine objektive Schätzung der kalifornischen Mandelernte 2025 publiziert, die wir Ihnen gerne in unserer Übersetzung weitergeben:
Prognose der kalifornischen Mandelernte 2025 10 % höher
Die Prognose für die kalifornische Mandelproduktion im Jahr 2025 liegt bei 3.0 Mia lbs, 7 % über der subjektiven Prognose vom Mai und 10 % über der letztjährigen Ernte von 2.73 Mia lbs. Die Prognose basiert auf einer Anbaufläche von 1.39 Mio Acres. Die Produktion der Sorte Nonpareil wird auf 1.2 Mia lbs geschätzt und liegt damit 9 % über den letztjährigen Lieferungen von 1.11 Mia lbs. Die Nonpareil macht 40 % der prognostizierten Mandelproduktion in Kalifornien aus.
Die Mandelernte 2025 erlebte während der Blüte, die Anfang Februar begann und Mitte des Monats ihren Höhepunkt erreichte, wechselhaftes Wetter. Stürme brachten Regen, Wind und Hagel mit sich, die den Bienenflug und das Blütenwachstum behinderten. Anfang März verbesserten sich die Bedingungen, und die warmen Temperaturen beschleunigten den Fortschritt der Ernte bis zum Ende der Blütezeit. Milde Temperaturen und rechtzeitiger Regen im Frühjahr förderten das Wachstum der Nüsse und setzten sich bis in den Frühsommer hinein fort, was den Hitzestress in den Plantagen verringerte. Es wurde ein geringerer Schädlings- und Krankheitsdruck als üblich gemeldet. Die Ernte wird voraussichtlich pünktlich beginnen.
Der durchschnittliche Nussansatz pro Baum liegt bei 4'364 St, ein Anstieg von 7 % gegenüber 2024. Der durchschnittliche Nussansatz bei Nonpareil liegt mit 4'526 St um 9 % höher als im letzten Jahr. Das durchschnittliche Kerngewicht aller beprobten Sorten lag bei 1.6 Gramm und damit 0.6 % unter dem Durchschnittsgewicht von 2024. Das durchschnittliche Kerngewicht der Nonpareil lag bei 1.6 Gramm und damit 2 % unter dem Durchschnittsgewicht von 2024. Insgesamt waren 98.9 % aller beprobten Nüsse gesund.
Mit 3.0 Mia lbs fällt die Schätzung deutlich über den Erwartungen der Erzeuger aus. Deren bisherige Beobachtungen insbesondere bei den Nonpareil liessen geringere Erträge erwarten. Diesem Punkt widerspricht die objektive Schätzung nun deutlich. Das Kerngewicht wurde leicht tiefer gemessen, was etwas kleinere Kaliber erwarten lässt, allerdings dürfte die Verschiebung zur laufenden Ernte gering ausfallen.
Erste Reaktionen aus Kalifornien vermögen die Konsternation kaum zu verbergen. Kein Wunder, denn mit der nun vorliegenden Schätzung ist die Ausgangslage hinsichtlich der weiteren Preisgestaltung auch nicht allzu rosig: Schwache Nachfrage in den letzten Monaten trifft nun auf eine deutlich höhere Ernteprognose als erwartet. Der seit dem April herrschende Preisdruck, der sich in den letzten Tagen stabilisieren konnte, dürfte nun wieder ein Thema werden. Die Frage ist, inwiefern die Erzeuger sich der objektiven Schätzung unterwerfen oder aber in Annahme geringerer Erträge dennoch mit festeren Preisen auftreten werden.
Ebenso ungewiss ist weiterhin, ob die schwächelnden Verkäufe der letzten Monate eine Folge von blosser Zurückhaltung der Käufer waren - was bedeutete, dass sich früher oder später ein massiver Nachholbedarf manifestieren wird - oder aber ob schlicht und ergreifend die Konsumation von Mandeln aktuell einen Rückgang erlebt.
Ein weiterer Faktor, der die Nachfrage in den letzten Monaten wesentlich beeinflusste, sind die "reziproken Zölle", "Strafzölle", und wie sie alle heissen. Diese durch den amerikanischen Präsidenten ausgelösten Verwerfungen werden weiterhin hüben wie drüben für Unsicherheiten sorgen. So ging auch diese Woche im Weissen Haus wieder die Post ab, allerdings scheinen dabei keine Briefe für die EU und die Schweiz dabei gewesen zu sein. Sicher ist: die anhaltende Unsicherheit ist Gift für die Märkte, und mittlerweile zeigen sich auch die kalifornischen Stammwähler darob merklich angesäuert.