10.04.2026 / Kalifornische Mandeln: Verladungen März 2026
Der März-Positionsbericht zeigt folgende Eckwerte:
Laufende Kampagne | Veränderung zu Vorjahr | |
Verladungen im Berichtsmonat | 258 Mio lbs | 16.5 % |
Verladungen aus laufender Ernte | 1.78 Mia lbs | - 1.9 % |
Anlieferungen der Erzeuger | 2.68 Mia lbs | - 0.6 % |
Auftragsbestand | 576 Mio lbs | 0.4 % |
Auf einen starken Februar folgt ein noch stärkerer März. Die kalifornische Mandelindustrie frohlockt angesichts der sehr guten Verladungen (+ 16.5 % gegenüber Vorjahr) und der erfreulichen Verkäufe (+10.6 %). Die Anlieferungen aus Ernte 2025 beginnen zu versiegen, so dass bestenfalls das Vorjahresergebnis zu erreichen sein wird. Insgesamt ist die Ernte 2025 damit nun zu 75.1 % verkauft bzw. vorverkauft, bloss noch 1.9 % unter Vorjahr. Ende November betrug der Rückstand noch satte 9.5 %.
Die guten Verladungen im Berichtsmonat fussen einmal mehr auf sehr guten Exporten, wobei u.a. Europa und Asien markant zulegten. Und endlich zeigt nun auch der Inlandabsatz ein Lebenszeichen. Zwar liegt dieser insgesamt noch 15.9 % unter Vorjahr, aber der März brachte doch erstmals in der laufenden Kampagne ein Resultat über Vorjahr. Ein ähnliches Bild zeigen auch die Verkäufe, wobei besonders die Inlandnachfrage mit einem Plus von 33 % über Vorjahr heraussticht und eine Erholung des Heimmarktes demonstriert. Die Industrie trotzt damit nicht nur den Herausforderungen in der internationalen Schifffahrt, sondern zeigt sich insgesamt unbeeindruckt von den aktuellen geopolitischen Verwerfungen.
Die Ernte 2025 wird damit wie gesagt kaum mehr als 2.7 Mia lbs erbracht haben. Der Übertrag dürfte angesichts der erstarkenden Verladungen im Bereich von 500 - 550 Mio lbs ausfallen, was keinerlei Verkaufsdruck erwarten lässt.
Die Entwicklung der neuen Ernte zeigt deutliche regionale Unterschiede. Der Februar brachte anfangs partielle Niederschläge, die zu einer kurzen, teilweise heftigen Blüte führten, auf die trockene wie auch nasse Abschnitte folgten. Der März brachte einen Wetterumschwung mit klar überdurchschnittlichen Temperaturen, die die Entwicklung der Vegetation stark beschleunigten und in höheren Lagen zu einer verfrühten Schneeschmelze führten. Damit liegen aktuell die Wasserstände der Reservoire mehrheitlich deutlich über historischen Mittelwerten. Was vordergründig gut aussieht, wird im Verlaufe der Saison zum Problem werden, denn in der Höhe fehlt nun der Schnee, so dass der Zufluss aus diesen Lagen früher als üblich versiegen wird. Dies und die sehr restriktive Grundwasserentnahmeregulierung könnte dieses Jahr wieder zu Versorgungsengpässen führen. In gut einem Monat steht die offizielle Publikation der subjektiven Ernteschätzung an, und auch von privater Seite werden Prognosen folgen. Verlässliche Aussagen sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich, basierend auf den Schilderungen der aktuellen Entwicklung ist erneut eine Ernte auf Vorjahresniveau denkbar.
Die nächsten Monate werden damit zeigen, wohin die Reise gehen wird. Im Lichte der anhaltend starken Verkäufe und der Tatsache, dass viele Käufer nach wie vor von der Hand in den Mund leben, ist mit weiterhin guten Verladungen zu rechnen. An dieser Stelle lohnt es sich, ausnahmsweise einen Blick auf die Ernte in Australien zu werfen. Normalerweise fällt diesem Ursprung aus westeuropäischer Sicht kaum Bedeutung zu, denn dank tarifärer Vorteile findet diese Ware primär in Asien Käufer. Nun aber wurde die dortige Ernte von Niederschlägen beschädigt, was Qualitätsminderungen und Ausfälle bringt. Das Minderangebot aus Australien wird damit wenigstens teilweise mit kalifornischer Ware zu kompensieren sein.
Wir empfehlen daher, den Bedarf bis Ende Jahr zu prüfen und allfällige Deckungslücken zu schliessen.